rotes Bändchen

Programm der 14. Wissenschaftlichen Tagung der Internationalen Ernst – Wiechert - Gesellschaft  e.V.
in Mülheim a.d.Ruhr,
„Die Wolfsburg“, 09. – 11. Juni 2017

 Freitag, 9. Juni 2017

 Bis 14.30 Uhr Anreise und Beziehen der Zimmer

ab 14:30 Uhr                Kaffee und Tee  zum Eintreffen

15:00  Uhr                    Begrüßung und Eröffnung der Tagung durch
                                    Dr. Bärbel Beutner

 15.15 Uhr                    Exemplarische Aspekte der
                                    Vertreibungsliteratur nach 1945
                                   
Dr. Reinhold Ahr
                                    anschließend Aussprache

17.00 Uhr                    Lesung eines Wiechert Textes
                                    Heide Hensel

17.30 Uhr                    Einblicke in die Rhön – möglicherweise die
                                    Landschaft für den Roman
                                   „Missa sine nomine“ eine Präsentation von
                                    Gabriele Steinbacher

18:00 Uhr                    Abendessen

19.30 Uhr                    Hugo Hartung (1885-1963), bekannter
                                    Chorleiter in Königsberg und als Musiklehrer
                                    ein Kollege Ernst Wiecherts am Gymnasium.
                                    Ein Lebensbild, vorgetragen von seiner Tochter
                                    Nina Freudenberg

Samstag, 10. Juni 2017

ab 08:00 Uhr               Frühstück

09.00 Uhr                   Mitgliederversammlung und Wahlen 

10:45 Uhr                   Kaffee- und Teepause

11.00 Uhr                   Johannes Bobrowski – Dichter und Romancier
                                   Zu seinem 100. Geburtstag
                                   Klaus Weigelt

11.30 Uhr                   Missa sine nomine – Schicksalslosigkeit.

                                   Annäherungen an Wiecherts letztes Werk

                                   Klaus Weigelt 

12:30 Uhr                   Mittagessen

 

15.00 Uhr                   Gruppenarbeit

                                   Gruppe A  :  Erasmus und Christoph:
„Fluchttraumata“

                                   Gruppe B  :   Amadeus und Jakob:  „KZ und Nationalsozialismus“

                                   Gruppe C  :   Aegidius :   „Die neue Heimat“

 

17.00 Uhr                   Plenum

                                   Berichte aus den Gruppen im Plenum zusammengetragen,

                                   vorgestellt und besprochen

 

18.00 Uhr                   Abendessen

 

ab 19.30                     Tagesausklang in der „Zisterne“

Sonntag, 11. Juni 2017

ab 08.00 Uhr               Frühstück

09.15 Uhr                    Gottesdienst .  Liturg: Dr. Joachim Hensel

                                    Lektor : Dieter Heinze, an der Orgel :
                                    Heide Hensel

 

10.00 Uhr                    Wiecherts Roman Missa sine nomine als Vollendung und Vermächtnis.

                                    Podiumsgespräch.
Moderation: Klaus Weigelt

 

12:30 Uhr                    Ende der Tagung

 

(Änderungen vorbehalten)

an allen Tagen :   Bücherbörse.   Wiechert – Literatur zum Erwerb gegen Spende .

 

Wir öffnen den Schrank zu Ernst Wiecherts Literaturarchiv …

… so mutig und vielversprechend haben wir eine Veranstaltung der Internationalen Ernst – Wiechert - Gesellschaft beschrieben, die im Butz-Haus des Geschichtsvereins Zwiefalten stattfinden soll und zu der wir Sie sehr herzlich einladen. Diese Veranstaltung ist gefördert durch die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Anlass ist die Einlagerung von Wiechert – Archiv – Materialien im Haus der Hedwig – Butz – Mezger – Stiftung, Gauberg 23, in Zwiefalten. Das Archivmaterial stammt aus dem Besitz der IEWG im inzwischen aufgelösten Museum Stadt Königsberg, aus der Sammlung des verstorbenen ersten Vorsitzenden der IEWG Dr. Hans – Martin Pleßke, aus der Sammlung des inzwischen ebenfalls verstorbenen Ehrenvorsitzenden der IEWG Horst Radeck, Braunschweig und aus zahlreichen anderen Quellen. Diese wertvollen Materialien werden in zwei eigens dafür beschaffenen, feuerfesten und einbruchsresistenten Stahlschränken im Butz – Haus aufbewahrt.

Nun wollen wir, im Rahmen einer kleinen Feierstunde, diese Schränke öffnen und einige der Schätze vorstellen und zwar

am 100. Geburtstag der Hedwig Butz, am 23.Oktober 2017 in Zwiefalten. 

Gedacht ist an ein Treffen der Internationalen Ernst-Wiechert–Gesellschaft mit dem Geschichtsverein Zwiefalten, der die Stiftung verwaltet. Vorträge, Diskussionen, ein Konzert und ein auch literarisch bestimmtes Rahmenprogramm laden Sie ein. Wir werden ein interessantes Programm für die Tage von Freitag 20.Oktober bis Montag 23. Oktober 2017 gestalten.
Reservieren Sie diese Tage in Ihrem Terminkalender für eine Begegnung mit Wiechert-Freunden. Melden Sie sich an bei Hubertus-Jörg Riedlinger, Kirchenweg 9, 88529 Zwiefalten, Tel 07373-2242, e-mail: Riedlinger-zw@t-online.de. 

Die  Wiechert – Freunde können sich auf eine wunderbare Atmosphäre in Zwiefalten freuen. Die Gastfreundschaft im Butz-Haus und beim  Geschichtsverein hat die IEWG schon mehrfach genossen. Wir freuen uns auf viele Gäste.  Seien Sie dabei, wenn der Schrank mit den wertvollen Wiechert Archivalien geöffnet wird ! 

Pressebericht über die Zwiefalten-Tagung
vom 16. - 19. September 2016

Jünger Museum Zwiefalten

Geschichtsverein kooperiert mit Wiechert-Gesellschaft

Hedwig Butz-Metzger-Stiftung wird aufgewertet

Zwiefalten
Beim Treffen der Vertreter der Ernst-Wiechert-Gesellschaft mit dem Geschichtsverein Zwiefalten von links: Klaus Weigelt (stv. Vorsitzender der IEWG), Jürgen Hamann, (stv Vorsitzender Geschichtsverein Zwiefalten), Dr.Bärbel Beutner, Unna, (Vorsitzende der IEWG), Dr. Joachim Hensel
(stv. Vorsitzender der IEWG), Hubertus-Jörg Riedlinger,
(stv Vorsitzender Geschichtsverein Zwiefalten)

(Heinz Thumm)


Zwiefalten sz Die Förderung von Kunst und Literatur waren besondere Herzensanliegen der vor zwei Jahren verstorbenen Zwiefalterin Hedwig Butz-Metzger, die sie in ihrem Testament als Ziel ihrer Stiftung verankerte. Dies veranlasste den Geschichtsverein in Zwiefalten als
Verwalter der Hedwig Butz-Metzger-Stiftung zu großen Anstrengungen: Unzählige Stunden wurden von Mitgliedern des GV aufgewendet, um das Gebäude Gauberg 23 für die zukünftige Nutzung im Sinne der Erblasserin als Literatur- und Kunsthaus herzurichten.

So wurden zahlreiche Bücher und Schriften zu Kunst- und Architektur, ebenso wie Werke deutscher Dichter und Schriftsteller in den Regalwänden der „Lesestuben“ liebevoll einsortiert. Eine Besonderheit ist die Abteilung mit geschichtlichen und landeskundliche Büchern über die ehemaligen deutschen Ostgebiete Pommern, West- und Ostpreußen, Schlesien, sowie die Werke der kulturlandschaftlich verbundenen Dichter wie Eichendorff,
Hauptmann, Stehr. Diese stammen größtenteils aus der dem Geschichtsverein überlassenen Sammlung von Albrecht Baehr, dem viele Jahre in Buttenhausen lebenden Rundfunkredakteur.

Mit der Internationalen Ernst Wiechert-Gesellschaft war Hedwig Butz sehr verbunden. Sie war Mitglied der Gesellschaft. Dies führte nun dazu, dass in ihrem Haus am Gauberg ein Archiv mit originalen schriftlichen Briefen und Werkentwürfen aus den Nachlässen des
Dichters und eines verstorbenen Vorsitzenden der Gesellschaft eingerichtet wird. Zudem besteht inzwischen eine vollständige Bibliothek aller Werke von Ernst Wiechert und der Schriften der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft.

Eine 17-köpfige Delegation der Gesellschaft war vom Mitte September in Zwiefalten, um eine erste Vereinbarung mit dem Geschichtsverein als Stiftungsverwalter abzuschließen. Bereits in den nächsten Monaten werden Mitglieder der Gesellschaft in dem neuen Ernst Wiechert-Archiv literaturwissenschaftliche Forschungen betreiben. Die Gäste waren von Zwiefalten und der Landschaft zwischen Alb und Oberschwaben sehr angetan. Die ihren Aufenthalt begleitenden Ausfahrten auf der Alb mit Besuchen des Neske-Museums in
Pfullingen sowie des Ernst-Jünger-Hauses in Wilflingen und des Marbacher Gestüts beeindruckten sie in hohem Maße.

Die Geschäftstelle des Geschichtsvereins wurde mittlerweile ebenfalls im Gebäude Gauberg 23 eingerichtet. Sie beherbergt unter anderem eine umfangreiche Bibliothek zur Landes- und Ortsgeschichte. Im Hause werden zudem Ausstellungen, insbesondere mit Werken des
Ehegatten der Stifterin, Karl Butz, sowie den Keramiken von Max Laeuger stattfinden.

Aktuelles der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft (IEWG):

 

Zwischen Innerer Emigration und Exil

Band 5 der Schriften der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft ist im Januar 2016 im Verlag de Gruyter in Berlin erschienen !
Herausgegeben von Marcin Gołaszewski, Magdalena Kardach und Leonore Krenzlin. 

 

Zwischen Innerer Emigration und Exil  - Deutschsprachige Schriftsteller
1933-1945

 

Der Verlag bewirbt das Buch wie folgt:  

Der Band sucht die bisher traditionell getrennten Forschungsgebiete ‚Exilliteratur‘ und ‚Innere Emigration‘ einander anzunähern und die verschiedenen Erfahrungsfelder der vertriebenen und der in Deutschland gebliebenen Schriftsteller aufeinander zu beziehen. Erörtert wird das Widerstandspotential der deutschsprachigen Literatur innerhalb und außerhalb des Deutschen Reiches und die Aussagekraft der Bezeichnungen ‚innere‘ und ‚äußere‘ Emigration.

 

Zum Inhalt lesen wir in der Einleitung:

 Im Reich und außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches haben Schriftsteller Stellung gegenüber der faschistischen Diktatur in Deutsch­land bezogen und sich bemüht, mit ihren Werken der menschenverach­tenden und rassistischen Propaganda und Weltanschauung des national­sozialistischen Regimes entgegenzuwirken. Die das Land verlassen hatten, nannten sich Emigranten – und das Wort hatte einen kämpferischen Klang. Es war aufgeladen mit Schmerz und Zorn über die Vorgänge in Deutschland und war Ausdruck des Protestes gegen sie . . .

 Die Emigranten sprachen meist distanziert vom ,Reich‘, wenn sie nicht Deutschland als Heimat meinten, sondern den Staat, den sie unfreiwillig verlassen hatten und dessen offizielle Benennung ‚Deutsches Reich' lautete. Und sie übertrugen den Ausdruck ,Emigrant` auf jene Hitlergegner, die im Reich geblieben waren und dort im Untergrund versuchten, mit ihren Taten oder ihren Texten Widerstand zu leisten oder sich zumindest in Abwartestellung zu halten, um im günstigen Moment aktiv zu werden: Sie bezeichneten diese als ,Innere Emigranten' und betonten so die Verbun­denheit der beiden Gruppen . . .

 Der vorliegende Band versteht sich als ein Schritt hin zur Versachlichung der Diskussion, doch spiegelt er durchaus die derzeit gegebene Verschiedenheit und Widersprüchlichkeit der Positionen und Methoden wider. Er ist das Erträgnis einer Konferenz, die vom 26. bis 28. September 2014 von der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań veranstaltet wurde – unter Beteiligung der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft und finanziell unterstützt vom Polnischen Nationalen Forschungszentrum (NCN) . . .

 Die Veranstalter wollten den Versuch wagen, die verschiedenen Erfahrungsfelder der vertriebenen und der daheimgebliebenen Schriftsteller sowie die daraus resultierenden unterschiedlichen Sichten auf Deutschland nicht gegeneinander auszuspielen, sondern aufeinander zu beziehen. Nicht so sehr die bekannteren Autoren und Werke der Inneren Emigration standen im Vordergrund, die schon mehrfach untersucht wurden, sondern gerade die seltener diskutierten Namen und Buchtitel . . .

(Auszug aus der Einleitung des Bandes)

 

 Die Autoren und ihre Beiträge im Einzelnen:             

Einführung in das Thema : Im Reich und außerhalb.  Deutschsprachige Schriftsteller in der Inneren
Emigration und im Exil 1933-1945

I. Innere Emigration – historische und theoretische Überlegungen

Leonore Krenzlin : Emigranten im eigenen Land? Zum Umgang mit dem Ausdruck Innere Emigration'

Erwin Rotermund : Formen und Rezeptionsprobleme der „Verdeckten Schreibweise" im „Dritten Reich" (1933-1945)

Joachim Kuropka : Warum störten die Dichter das NS-Regime

 

 II Innere Emigration –Schriftsteller in Deutschland

Jörg Thunecke : ,Die Jahre des Unheils': Der innere Emigrant Oskar Loerke in seinen Tagebüchern und nachgelassenen Gedichten           

Wolfgang Brylla : Zwischen Widerstand, Aporie und Servilität: Zu textinternen Ambivalenzen in Stefan Andres' Novelle Wir sind Utopia        

Klaus Weigelt : Max Picard und Ernst Wiechert: Zeitdiagnose als Interpretation des Menschengesichts

Wladimir Gilmanov:  Johannes Bobrowskis „Burg der Innerlichkeit" oder die Anthropologie der Schuld

Czesław Karolak : Innere Emigration im Spannungsfeld disjunktiver Leseerwartungen: Der lange Schatten der (Selbst-)Zensur im Dritten Reich

Hub Nijssen : Die ‚Junge Generation' (1900-1915) und die ,Innere Emigration': Eine kleine Metastudie zu einem blinden Fleck der Literaturgeschichtsschreibung

 

III. Eine besondere Lage –‚Innere Emigranten' in Österreich

Aneta Jachimowicz : Kontroverse um die Innere Emigration in Österreich: Erika Mitterer als Fallbeispiel

Armin Weber : Heimito von Doderer und die Grenzen der literarischen Gestaltungsmöglichkeiten : Zur Bedeutung einiger ästhetischer Reflexionen Doderers für die Literatur der Inneren Emigration

Desiree Hebenstreit : Innere Emigration in Österreich : Auswirkungen auf die Literatur der Nachkriegszeit

Teresa Kovacs : „Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus": AußenseiterInnentum und Innere Emigration bei Elfriede Jelinek und Thomas Bernhard

IV. Jenseits der Grenzen – und nach Kriegsende

Christiane Weber : Blicke von außen: Bruno Heilig und seine Sicht auf (das nationalsozialistische) Deutschland

Sanna Schulte : Bleiben oder Gehen? Die Situation zwischen der Inneren Emigration und Exil in der Biographie und den literarischen Arbeiten Irmgard Keuns

Marcin Gołaszewski : „Man muß schreiben, gerade dann, wenn man nicht mehr glaubt, durch das gedruckte Wort etwas bessern zu können.": Die Feuilletons Joseph Roths im Exil

Anna Zaorska : Zum Aktualisierungspotenzial des mythischen Stoffes: Mythos-Bearbeitungen bei Bertolt Brecht

Anna Szyndler : Der verhinderte gesellschaftliche Dialog im totalitären Staat : Literatur der Inneren Emigration im „Dritten Reich" und die unabhängige Literatur in der Sowjetunion.

Helmut Peitsch : Georg Lukács über Literatur in und außerhalb Nazideutschlands

Ulrike Böhmel Fichera : „Man hat Grund, sehr bescheiden zu sein.": Schuldbewusstsein in den Texten der ,inneren Emigranten' nach 1945

Autorenverzeichnis

 

         Verlag Walter de Gruyter Berlin / Boston 2016
ISBN 978-3-11-045278-5    338 Seiten   
Ladenpreis  € 89.50

Für Mitglieder der Internationalen Ernst -Wiechert - Gesellschaft    Sonderpreis

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